June 24, 2023

Life is a Circus

Life is a Circus

"Leben, ist es nur ein Traum?
Schön wär's, ich glaube kaum,
dass es wahr ist.
Pass auf, weil man sehr leicht vergisst
Nichts Bleibt, wie es ist"

Aus: Ein Tag wie Gold von Max Raabe

Dieses Zitat aus dem Stück von Max Raabe galt als Leitsatz für die diesjährige Konzertreihe des Grafinger Jugendorchesters.
Das GJO spielte vier ausverkaufte Konzerte im Alten Speicher Ebersberg vom 24.-27.06.2023.

Nach einem fulminanten Start in das Konzert mit dem Stück The Greatest Show aus dem Musical-Film Greatest Showman widmete sich Moderator Philipp Gassert zu allererst einem der Themen schlechthin in der Musik: der Liebe.
Die Zeit der rosaroten Brille wurde durch Febraur in Paris (Claudia Koreck) von Hannah Kreck und Matthias Reinelt besungen. Der Moderator selbst kämpfte mit Zweifeln bei Ja Schatz (Bodo Wartke) ehe Hannah Kreck dem Konzept Liebe in der gewaltigen und kraftvollen Rock-Ballade Love is a Lie (Beth Hart) mit dem Baseballschläger ein jähes Ende bereitete. Voll und ganz im Kontrast dazu stand schon kurz darauf die einfühlsame und versöhnliche Ballade 90 Grad (Bodo Wartke), gesungen von Kilian Berger und untermalt von zarter Orchestermusik durch das GJO.

Nach diesem facettenreichen Einstieg in einen kurzweiligen Konzertabend bot der Moderator dem Publikum an, ihn auf einer Reise zum Jahrmarkt zu begleiten. Das passende Drehorgel-Feeling lieferte La Foule von Édith Piaf. Johannes Schackow zeigte seine schon fast artitische Geschwindigkeit am Xylophon bei Erinnerung an Zirkus Renz. Zu vielen klassischen Volksfesten und Jahrmärkten gehört auch hierzulande schon immer das Jahrmarktboxen. In unserem Fall "kämpften" unsere beiden Pianisten Jakob Skudlik und Timotheus Lass vierhändig am Klavier. Plätze wurden getauscht, Arme überkreuzt und Wasserflaschen in den wenigen kurzen Pausen, in denen nur das Orchester spielte, gereicht. Mit dieser außergewöhnlichen Interpretation von Rossinis Ouvertüre zu La Gazza Ladra wurde das Publikum in die wohlverdiente Pause geschickt. Immerhin forderte Philipp Gassert vom vier mal ausverkauften Alten Speicher mehrfach ein lautes "HOI" an der richtigen Stelle von Rossinis Werk.

Im zweiten Abschnitt war Jakob Skudlik erneut gefordert. Mit dem fünfzehnminütigen Klavierkonzert Rhapsody in Blue von George Gershwin überzeugten Skudlik und das GJO jeden im Saal von der stetigen qualitativen Weiterentwicklung des Ensembles und seiner Solisten.

In Ein Tag wie Gold löste Philipp Gassert das Mytserium um das Zitat im Programmheft. Das Stück im Stil der Zwanziger ruft dazu auf, den Moment zu leben und zu feiern. Passend inszeniert wurde die Nummer von Martina Forst, die mit stilechtem Charleston aufwartete.

Ganz nach dem Motto "Nichts bleibt, wie es ist" folgte auf ein Stück der Zwanziger ein Stück aus dem Jahr 2008. Florian Leugner sang Schüttel dein Speck von Peter Fox und heizte dem Publikum nochmal richtig ein. In Anlehnung an das Original wurde auch "unser" Peter Fox von einigen Drummern unserer HotstiX unterstützt.

Das Finale bildeten zwei Nummern gesungen von Matthias Reinelt, der erst bei I don't want to miss a thing von Aerosmith seine sanfte und dann bei Hang your lights von Jamie Cullum seine kraftvolle, energetische Seite zeigte.
Das Publikum wurde mit Frenzy aus Babylon Berlin auf den Heimweg geschickt.


Die Diesjährige Konzertreihe stand wie immer unter der Gesamtleitung von Hedi Gruber.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern.


Der Vorbericht in der Süddeutschen Zeitung.

Der Nachbericht in der Süddeutschen Zeitung.

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